Lokale Presse und Social Media verbinden: mehr regionale Aufmerksamkeit in der Ostschweiz

Für ein KMU in der Ostschweiz sind zwei Kanäle besonders wertvoll, wenn es um regionale Bekanntheit geht: die lokale Presse und die eigenen Social-Media-Kanäle. Beide erreichen Menschen aus der Umgebung. Beide wirken aber unterschiedlich, und sie entfalten ihre grösste Wirkung, wenn sie sich ergänzen. Wer lokale Presse Ostschweiz KMU als getrennte Welt von Instagram, Facebook oder TikTok betrachtet, verschenkt Reichweite. Dieser Artikel zeigt, wie die beiden Kanäle sachlich zusammenspielen und was ein Betrieb konkret tun kann.
Vorab ein wichtiger Punkt: Es geht hier nicht um bezahlte Werbung. Es geht um redaktionelle Berichterstattung in Zeitungen, Lokalradios und regionalen Online-Portalen sowie um organischen Content auf den eigenen Kanälen. Beides basiert darauf, dass ein Thema für die Region relevant ist.
Warum lokale Presse für ein KMU weiterhin zählt
Die Reichweite von Regionalzeitungen ist in den letzten Jahren zurückgegangen, verschwunden ist sie aber nicht. Viele Menschen in der Ostschweiz lesen weiterhin die lokale Zeitung, hören das Regionalradio oder besuchen regionale Nachrichtenportale. Gerade ältere Kundengruppen sind über diese Kanäle oft besser erreichbar als über Social Media.
Ein redaktioneller Beitrag hat zudem einen Vertrauensvorschuss. Wenn eine Zeitung über einen Betrieb schreibt, wirkt das anders als eine Anzeige, die der Betrieb selbst geschaltet hat. Der Inhalt wurde von einer Redaktion ausgewählt und formuliert. Diese Aussenperspektive verleiht einer Meldung Glaubwürdigkeit, die man sich nicht selbst zuschreiben kann.
Für lokale Betriebe wie Gastronomie, Handwerk, Detailhandel oder Dienstleister zählt genau dieses Vertrauen. Kunden entscheiden sich in der Region oft für das Bekannte und Vertraute. Eine Erwähnung in der Presse bleibt hängen und wird im Ort weitererzählt.
Was Social Media dazu beiträgt, was Presse nicht kann
Social Media hat andere Stärken. Die eigenen Kanäle gehören dem Betrieb selbst. Du bestimmst, was du wann veröffentlichst, ohne auf eine Redaktion angewiesen zu sein. Du kannst regelmässig präsent sein, statt nur dann, wenn ein Ereignis pressetauglich ist.
Ausserdem funktioniert Social Media in beide Richtungen. Kommentare, Nachrichten und Reaktionen entstehen direkt. Ein Presseartikel ist einseitig, ein Beitrag auf Instagram oder Facebook lädt zum Austausch ein. Und über Video, vor allem in Form von Reels und Stories, lassen sich Menschen, Räume und Abläufe zeigen, die in einem Zeitungsartikel höchstens beschrieben werden.
Ein weiterer Unterschied betrifft die Zielgruppe. Über Social Media erreichst du oft jüngere Menschen und Personen, die den lokalen Zeitungsteil kaum noch lesen. Wer beide Kanäle nutzt, deckt damit ein breiteres Altersspektrum in der Region ab.
Wie sich Presse und Social Media gegenseitig verstärken
Der eigentliche Gewinn entsteht, wenn die beiden Kanäle nicht nebeneinander laufen, sondern aufeinander verweisen. Ein Ereignis, über das die Presse berichtet, lässt sich auf Social Media begleiten. Und Inhalte, die auf Social Media gut ankommen, können ein Anlass für eine Pressemeldung werden.
Vom Presseartikel zum Social-Media-Inhalt
Wenn ein Betrieb in der lokalen Presse erwähnt wird, sollte das nicht nur im Betrieb intern gefreut werden. Ein Foto des Artikels oder ein Link zum Online-Beitrag gehört auf die eigenen Kanäle. So sehen auch die eigenen Follower, dass über den Betrieb berichtet wurde. Das verstärkt den Vertrauenseffekt und macht den Artikel für Menschen sichtbar, die die Zeitung nie in die Hand nehmen.
Wichtig ist dabei das Urheberrecht. Zeitungsartikel dürfen nicht einfach vollständig abfotografiert und veröffentlicht werden. Ein kurzer Ausschnitt, ein Hinweis auf die Berichterstattung und ein Link zum Originalbeitrag sind der saubere Weg. Bei Unsicherheit lohnt sich eine kurze Anfrage bei der Redaktion.
Vom Social-Media-Inhalt zur Pressemeldung
Der umgekehrte Weg funktioniert ebenfalls. Wenn auf den eigenen Kanälen ein Thema stark läuft, etwa eine neue Aktion, ein Jubiläum oder eine Besonderheit im Betrieb, kann daraus eine Meldung für die Presse werden. Redaktionen suchen ständig nach regionalen Geschichten. Ein Betrieb, der ohnehin schon Material und Fotos hat, macht der Redaktion die Arbeit leichter und erhöht die Chance auf einen Beitrag.
Konkrete Anlässe, die für beide Kanäle taugen
Nicht jedes Ereignis eignet sich für die Presse, und nicht jeder Presseanlass ist für Social Media spannend. Einige Anlässe funktionieren jedoch auf beiden Kanälen gut. Sie haben gemeinsam, dass sie einen echten Bezug zur Region oder zu den Menschen haben.
Neueröffnung, Umbau oder Umzug des Betriebs
Jubiläen, etwa ein rundes Firmenalter oder ein langjähriges Team
Ein neues Produkt oder eine Dienstleistung mit regionalem Bezug
Teilnahme an einem lokalen Anlass, Markt oder Vereinsprojekt
Eine Auszeichnung, ein Lehrabschluss oder ein neuer Lernender
Engagement für die Gemeinde, etwa eine Spende oder eine Zusammenarbeit mit einem lokalen Verein
Bei all diesen Anlässen gilt: Für die Presse braucht es einen klaren Nachrichtenwert, also einen Grund, warum das Thema für die Allgemeinheit interessant ist. Für Social Media reicht oft schon, dass der Inhalt authentisch ist und die Menschen hinter dem Betrieb zeigt.
Kontakt zur lokalen Redaktion aufbauen und pflegen
Viele KMU melden sich erst dann bei der Presse, wenn sie etwas wollen. Das funktioniert selten gut. Redaktionen arbeiten mit Kontakten, die sie kennen und einschätzen können. Ein Verhältnis, das über die Jahre wächst, ist deutlich wertvoller als eine einmalige Anfrage.
Wer ist zuständig
Die meisten Regionalzeitungen und Lokalportale in der Ostschweiz haben Redaktionsteams für einzelne Gebiete oder Themen. Es lohnt sich herauszufinden, wer für die eigene Gemeinde oder Branche zuständig ist. Ein Blick in bisherige Artikel zeigt oft, welche Person über ähnliche Themen schreibt. Diese direkte Ansprache ist wirksamer als eine allgemeine Mail an die Hauptadresse.
Wie eine Meldung aufgebaut sein sollte
Eine gute Pressemeldung ist kurz und sachlich. Das Wichtigste steht am Anfang: Was ist passiert, wer ist beteiligt, wann und wo, und warum ist es relevant. Danach folgen Details. Ein oder zwei brauchbare Fotos in guter Auflösung erhöhen die Chance auf Veröffentlichung deutlich, weil die Redaktion dann nicht selbst Bildmaterial beschaffen muss.
Übertriebene Werbesprache schadet. Redaktionen erkennen Eigenlob sofort und streichen es. Sachliche, überprüfbare Angaben werden eher übernommen. Wer der Redaktion die Arbeit erleichtert, wird häufiger berücksichtigt.
Häufige Fehler und wie man sie vermeidet
Beim Verbinden von Presse und Social Media gibt es einige typische Fehler, die den Aufwand verpuffen lassen. Sie sind leicht zu vermeiden, wenn man sie kennt.
Presse und Social Media inhaltlich gleichsetzen
Ein Zeitungsartikel und ein Social-Media-Beitrag brauchen unterschiedliche Ansprache. Der gleiche Text funktioniert selten auf beiden Kanälen. Für die Presse zählt Sachlichkeit und Nachrichtenwert, für Social Media zählt, dass der Inhalt persönlich und schnell erfassbar ist. Wer denselben förmlichen Pressetext eins zu eins auf Instagram stellt, wirkt distanziert.
Nur reagieren statt planen
Viele Betriebe nutzen Presse und Social Media nur spontan. Dann bleibt vieles liegen, weil im Alltag die Zeit fehlt. Sinnvoller ist ein grober Plan über das Jahr. Anlässe wie Jubiläen, saisonale Themen oder wiederkehrende Aktionen sind früh bekannt. Wer sie vorbereitet, kann sowohl die Presse rechtzeitig informieren als auch passenden Content erstellen.
Den regionalen Bezug vergessen
Sowohl die Presse als auch die Menschen in der Region interessieren sich für lokale Themen. Ein Betrieb aus Trogen, St. Gallen, Herisau oder dem Rheintal wirkt glaubwürdiger, wenn er seinen Standort und seine Verbindung zur Umgebung zeigt. Der Bezug zur eigenen Gemeinde ist ein Vorteil, den grössere überregionale Anbieter nicht haben. Diesen Vorteil sollte man auf beiden Kanälen nutzen.
Kein System für Bildmaterial
Gute Fotos und Videos entstehen oft im Alltag, werden aber nicht gespeichert oder wiedergefunden. Wer laufend brauchbares Material sammelt und geordnet ablegt, hat sowohl für die Presse als auch für Social Media jederzeit etwas zur Hand. Ohne Material fällt beides schwer.
Ein praktischer Ablauf für den Alltag
Damit die Verbindung von Presse und Social Media nicht theoretisch bleibt, hilft ein einfacher, wiederholbarer Ablauf. Er lässt sich an jeden Betrieb anpassen.
Erstens: Anlässe sammeln. Über das Jahr entstehen immer wieder Ereignisse, die sich für die Öffentlichkeit eignen. Wer sie an einem Ort notiert, verliert keinen davon.
Zweitens: Bei grösseren Anlässen die Presse informieren. Eine kurze, sachliche Meldung mit Fotos, rechtzeitig an die zuständige Person geschickt, ist die Basis. Ob die Redaktion berichtet, entscheidet sie selbst. Garantien gibt es nicht, die Chance steigt aber mit guter Vorbereitung.
Drittens: Denselben Anlass für die eigenen Kanäle aufbereiten. Aus einem Ereignis entstehen oft mehrere Beiträge: ein kurzes Video im Vorfeld, Bilder während des Ereignisses, eine Rückschau danach. So wird ein einzelner Anlass mehrfach genutzt.
Viertens: Berichterstattung teilen. Wenn ein Presseartikel erscheint, weise auf den eigenen Kanälen darauf hin. Unter Beachtung des Urheberrechts, also mit Verweis auf die Quelle statt mit vollständiger Kopie.
Fünftens: Beobachten, was ankommt. Welche Themen führen zu Reaktionen, zu Anfragen, zu Kundschaft im Geschäft. Diese Beobachtung hilft, künftige Anlässe besser einzuschätzen.
Kontinuität statt einzelner Aktionen
Regionale Aufmerksamkeit entsteht nicht durch eine einzelne Aktion, sondern durch regelmässige Präsenz über längere Zeit. Ein einzelner Zeitungsartikel wirkt kurz, ein Betrieb, der über Monate und Jahre immer wieder in der Region sichtbar ist, bleibt im Gedächtnis. Genau hier ergänzen sich die Kanäle. Die Presse liefert die punktuellen Höhepunkte, Social Media hält die Präsenz zwischen diesen Höhepunkten aufrecht.
Für viele Inhaber ist der begrenzende Faktor die Zeit. Presse und Social Media sauber zu bedienen, kostet Aufmerksamkeit, die im Tagesgeschäft oft fehlt. Manche Betriebe holen sich dafür Unterstützung. Als Social-Media-Partner für Schweizer KMU hat Alperna über die Zeit rund 175 Mio. Views kumuliert. Entscheidend bleibt jedoch, dass die Inhalte einen echten Bezug zum Betrieb und zur Region haben. Ohne diesen Bezug wirkt weder ein Presseartikel noch ein Social-Media-Beitrag.
Wer Presse und Social Media in der Ostschweiz verbindet, nutzt zwei Kanäle, die sich gegenseitig stärken. Die Presse bringt Glaubwürdigkeit und erreicht Menschen, die kaum online sind. Social Media bringt Kontinuität, Nähe und die jüngere Zielgruppe. Zusammen decken sie die Region breiter ab, als es jeder Kanal für sich könnte. Der Aufwand dafür ist überschaubar, wenn ein Betrieb Anlässe systematisch sammelt, vorbereitet und für beide Kanäle nutzt.

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